Briefwechsel mit Friedrich Nicolai. ? z?
Er frcuete sich nie mehr, als wenn ich ihm seineschonen Theoricen nur einem praktischen Einwürfe verei-teln konnte. Wie er in den Littcraturbriesen so sehr dieHeloten gegen den Lykurg vertheidigt hatte*), und ichihm begreiflich machte, daß die Bürger zu Sparta, nachunserer Art zu reden, B ra n h ausc r besessen hätten,wovon sie auf eigene Kosten gerüstet zu Felde ziehenmüssen; daß in dieser Last die bürgerliche Ehre be-standen, daß die Heloten entweder Henerlinge oder Bey-wohnet- gewesen, und Lykurg ein seltsamer Gesetzgebergewesen seyn würbe, wenn er solchen mit jenen eine gleicheEhre angemuthct hatte: so ergötzte er sich über seineUncrsehrockcnheit, wonut er seine Meinung der ganzenWelt aufgedrungen hatte. Es war ihm gegangen wiedem Herrn von Montesquieu, der die Gesetze der Barba-ren für personal halt, weil die Franken, Römer undBurgunder in einem Lande verschiedene Rechte gehabthätten; da sie doch eben deßwegen real waren, daß derFranke als Hüfner oder Landeigcnthümer nicht mit denLeuten in der dritten Etage einerley Dienste, Ehre undRechte haben konnte. Ware Abbt einige Jahre in seinerStation geblieben, und hatte seine Einsichten durch dieErfahrung befestigen können, so würde er wenige sei-nes Gleichen gehabt haben,
Ew. fragen noch nach einem Bildnisse von ihm.Wie ich höre, so wird der Herr Graf dasjenige, sozu Bückcburg ist, in Kupfer stechen und vor denEallusi setzen lassen. Dieß Bild soll aber auch zuschön seyn, Ich habe noch eins von ihm, so ihmsehr ahnlich, aber nur mit Crayon gemacht ist.
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») Man s. die Littcraturb riefe Dd. 22, S. 115,
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