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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
135
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Briefwechsel mit Friedrich Nicolai. i z 5

von seinen Westphälifchen Freunden zu entfernen *). Erwar zu Rintelu durch meine Schwicgcrinu, die Superin-tcndeiitinn Schwarz unvermerkt mit uns allen bekannt,und, wie es seine Gemüthsart mit sich brachte, leichtvertraut geworden. Er hatte sein eignes Zimmer in mei-nem Hause, und ward von den Meinigen als ein Sohnund Bruder aufgenommen, wenn er zu uns kam, unddieses that er so oft als er nur entwischen kennte. Inseinem Umgänge hatte er etwas zu Süsies, und wie ervon Genf zurückkam, mufften wir ihm sagen, daß er zuschon spräche. Dieß war auch der Fehler seiner Schrif-ten, der aber die wahre Hochachtung im geringsten nichtminderte, welche man von seinen wahren Verdienstenhatte. Er litt es geduldig, wenn man ihn wegen seinespretiosen Stils tadelte, und theilte mir das Schreibenoffenherzig mit, worinn ihm sein Freund Moses gebot,seinen ganzen ersten Entwurf vom Verdienste insFeuer zu werfen Nicht allein das; fondern er ar-beitete sein Werk wirklich um. Gewiß ein unvergleich-licher Freund, der ohne einige Fehler durch seine Großeunerträglich geworden seyn würde! Man war froh ihmecwas verzeihen zu können.

Es schien als wen» er seine Gegenstände durch einweit schärferes Glas als Andere beurtheilt«, und seineAusdrücke waren nach dem Maaße seiner eigenen Empfin-dungen gerecht; aber nicht nach dem Maaße, welches dieMenschen insgemein haben, und nach welchem er sich

I 4 doch

*) Abbt war nehmlich nach Marburg und Halle berufen,wogegen er die Stelle zu Vückeburg vorzog. N.) Ganz so arg war es nicht. Man s.' in Abbt'S Kor-respondenz zweiter Ausgabe den Brief Nr. 6c>. vonMoses S. 272 ff. und den Brief Nr. 9-1. von nur G.z?9. Desgleichen Abbts Brief Nr. 61. S. 2Zz. N.