' z 4 Briefwechsel mit Friedrich Molch.
Osnabrück, den n. Febr. 1767.
^)cr Tod unsers rechtschaffenen und vortrefflichen Freun-des*) wird uns und allen die ihn gekannt haben, gewißallezeit gleich empfindlich bleiben. Er fing erst an sichzu bilden, und seiner Starke diejenigen Annehmlichkeitenzugeben, welche den Helden zum großen Mann machen.Ewig Schade für hie Wissenschaften, daß sie diesen ihrenmächtigen Arbeiter nicht noch eine zehn Jahre behaltenMögen! Die Hoftafcl ist zu stark für seine Jahre undsein Feuer gewesen. Auch der Mäßigste, wenn er mu-thig und gefällig ist, wird leicht zu einem Wenigen, aberoft, verführt**). Zu seinem Unglück hatte er seinenHerrn lieb gewonnen; einen Herrn, der seine feinsten Be-mühungen einzusehen und zu schätzen wußte. Und dießhielt ihn in einer beständigen Leidenschaft, in einer unauf-hörlichen Bestrebung zu gefallen. Wie er mir zuerst sei-nen Vorsatz nach Bückeburg zu gehen entdeckte, und miteiner Art von Entzückung die gnädige und schmeichelhafteBegegnung des Herrn Grafen rühmte, nahm ich ebendaraus einen Grund, ihm davon abzurathen; und derHerr Abt Jerusalem warnte ihn ebenfalls vor der Ge-fahr, welche mit einer zu großen Liebe gegen große Herrnim persönlichen Umgange verknüpft Ware. Er wollteqber nicht, und konnte sich nicht entschließen sich zu weit
von
°ft) Nämlich Abbt's, N.
Man s. die vortreffliche Schilderung dieses Herrn, dieMoseS Mendelssohn nachdem Leben machte, inder zweyten Ausgabe von Abbt'S Korrespondenz (Ber-lin >?»!), Anmerkungen S. 82 solgq. Man s. abersuch meinen Brief an Abbt Nr. 91, S. z8z f. N,