11 s Ueber den Leibeigenthum.
hierauf; ein Zweck, der um so viel leichter zu erreichenwar, je offenbarer ihn in unendlich vielen Lagen dieNothwendigkeit selbst verlangte. -—-
In dem Stande der Natur zeigen sich zuerst Elternund Kinder, Herrn und Knechte, und das Bedürfniß-Verhältniß der Kinder und Knechte gegen die Erstcrn magleicht stillschweigend die Stelle eines ausdrücklichen Kon-traktes vertreten. Alle Schlüsse gehn dann von derväterlichen und herrlichen Gewalt aus, und was KinderAnd Knechte erwerben, erwerben sie ihren Hauptern.
Diese Bedürfnisse können ihr Ende nehmen, undso können neue Stamme entstehen, sobald der Knechtohne seinen Herrn, und das Kind ohne seinen Vater sichselbst fertig machen kann.
Nicht selten aber ist der Fall, daß Kinder undKnechte sich nicht selbst fertig machen können; und da-von entsteht ein gemeinschaftliches Oberhaupt, oder einidcalischer Vater, worunter sich eine Familie bildet, diemit zusammengesetzten Kräften zu ihrer Erhaltung arbei-tet. Dieser idealische Vater, welcher in der ThcokratieGott heißet, und in andern Fallen auch Wohl den Na-men eines Heiligen führt, ist zwar ein sehr billiger Va-ter, weil die Familie ihn so gut Wahlen kann, als siewünscht. Allein er beerbt doch seine Kinder, so gut wieder wirkliche, und was diese erwerben, erwerben sie ihm.Cr hingegen verstattet auch seinen Kindern, den Sterbc-fall für ein Billiges zu lösen; leichter für ihre Kinder,und schwerer für andre Verwandle, je nachdem die Be-dingungen ursprünglich gemacht sind.
In dieser Verfassung erfindet man zuerst peculia^unter welchen; Namen Kinder und Knechte etwas für
sich