Ueber Theorie und Praxis.
Entstehung desselben eher einem allgemeinen Bedürfnisse»als jeder andern Ursache, wovon keine so weit reicht,zuzuschreiben.
Dalz die Menschen zuerst nichts als väterliche undherrliche Gewalt gekannt haben, laßt sich denken, undsonach auch, daß sie ihre ersten Staatsvereinignngendarnach geformt haben. Man sieht und schließt leicht,daß schon Joseph keine andre Form gekannt habe, alsjene einfache, da er von den freyen Aegyptiern die Ueber-gäbe ihres Leibes und Gutes forderte, wenn sein Pharaoihnen Unterhalt geben sollte. Es war dieses die natur-lichste Forderung zu einer Zeit, wo nur der Vater seineKinder und der Herr seine Knechte zu ernähren brauchte)vielleicht auch Keiner etwas als Almosen annehmenwollte.
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Wenn man sieht, wieweit sich der Leibeigenthumin Europa verbreitet hat, und wie sehr Praxis undTheorie darüber von einander abgehen, so kann man sichoft des Gedankens nicht erwehren, es müssen doch großeund weitgreifcnde Ursachen vorhanden seyn, welche ihneingeführt und bisher noch in niehrern Landern erhaltenhaben; und die Praxis, die sich jedem individuellenUmstände anschmiegt und ihn zu benutzen weiß, müssees wohl besser verstehen, als die Theorie, die bey ihremhohen Fluge noch manchen Umstand übersehen muß.Da indeß der Wunsch immer allgemeiner wird, daß derLeibeigenthum ganz von der Erde vertilget werden möge tso scheinet es nicht überflüssig zu seyn, demselben einmalrecht auf den Grund zu sehen, und zu untersuchen, waser eigentlich leiste. Vielleicht findet sich dann noch einMittel den Zweck desselben mit mindrer Aufopferung zuMiNcr-! »erm. Schritte». 2. G. errci-