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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
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Ueber Theorie und Praxis. 95

keine Zankereyen entstehen mogten. Auf diese Weise,sagte es, brauchen wir auch kein Inventar?'',»! zu halten;Alles was der Herzog hat, geHort dem Volke, und derzeitige hat nur die Nutzung davon.

In dem neunten rühmte das Volk an dem vori-gen Herzoge am mchrsten, wie er sich gar in keine Rcgie-rungsgcschafte gemischet, sondern immer gute Rathe ge-halten hatte, die er nach Befinden angenommen und er-lassen hätte. Da nun sein Sohn eine gleiche Gesinnungzeige, so wäre es, seiner Meynung nach, am besten,bey diesem zu bleiben. > Bey dieser Gelegenheit äußertedas Volk zugleich den Wunsch, daß man auch die Pfar-rer in Erbpfarrer verwandeln mogte, damit diese ihnenim Alter nicht immer etwas vorhusten und verröchelnmogten, sondern (da ihnen und ihren Familien die Stel-len nun doch gewiß blieben) dafür auch geschickte Candi-datc-, die man allenfalls verändern könne, wenn sienicht mehr gefielen, halten müßten.

Indem zehnten war die Familie des verstorbe-nen Herzoges mit allen in der Nachbarschaft regierendenHausern verwandt; .und wie das Volk hicvon in Anse-hung des freyen Handels, und der öffentlichen Ruhe bis-her die größten Vortheile gehabt harte, so erwählte esden Sohn des vorigen, in Hoffnung, daß einer der mäch-tigsten benachbarten Fürsten, welcher dem vorgedachtenGrobschmiedc seine Tochter versagt hatte, diesem solchenicht weigern würde.

In dem eilften glaubte das Volk, es wäre vonder menschlichen Natur nicht zu erwarten, daß sie heuteeinen Menschen als Bedienten hinter dem Herzoge stehensehn, und ihn morgen als Herzog verehren würde; oderes müßten die Menschen alle edleren Gefühle verlangnen,

und