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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
91
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Ueber Theorie und Praxis. 91

genommen: so hatte es dessen auch nicht bedurft, undwir waren des wcitlauftigen Prozesses und der Steuernüberhoben geblieben.

In dem dritten fand sich zwar ein Inventarium.Weil ichcr der verstorbene Herzog, zu der Zeit als er dieMacht in Handen gehabt, vieles an sich gebrachthatte, was er eigentlich zur Verbesserung seines Diensteshätte erwerben sollen: so entstand beynahe derselbe Pro-zeß, und das Volk murrete wie jenes.

In dem vierten ließ der Kaiser dem Volke diefreye Wahl. Dieses aber theilte sich in zwey Parteyen,wovon die Eine den Sohn des vorigen, die andre hin-gegen einen andern wählte; und beyde schlugen sich solange, bis die eine Partey der andern unterlag. DerKrieg wahrte zwanzig Jahre, und beyde Theile warenzuletzt froh, daß der Sieger sie in Ruhe fetzte.

In dem fünften gelang es dem Volke einenErobschmicd zum Herzoge zu wählen, der feine Machtziemlich rauh gebrauchte. Ach! rief das Volk: unservoriger Herzog, der am Hofe erzogen war, schmälte sosanft, verweigerte, was er verweigern mußte, so gnädig,hatte so viel Mitleid mit dem geringen Manne, undwußte die Strafgesetze jedem individuellen Falle so vor-trefflich anzupassen O! hatten wir den Sohn desvorigen genommen, er würde gewiß in dem väterlichenHause eine gleiche Behandlung der Menschen gelernthaben.

In dem sechsten, worin zwar ein in allen Hofes-künsten wohl erfahrner aber armer Mann erwählt wurde,erfuhr das Volk bald, daß es besser gewesen wäre, beyder vorigen Familie, die sich und die ihrigen nun einmalbereichert hatte, zubleiben, als eine arme auf den Her-zoglichen