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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
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Ueber Theorie und Praxis.

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lich sind; und so mögen auch wohl die Empiriker derTheorie etwas vorgeworfen haben, was doch nur diefrühen Theoretiker gelten sollte: besonders in Deutsch-land, wo es für Manner von einer gewissen Klasse fastnothwendig ist, sich eher durch Theorie einen lircrari-schen Ruhm zu erwerben, ehe sie Erfahrungen habenanstellen können.

Etwas aber glaube ich doch gegen die itzigenTheorieen erinnern zu müssen; und das ist dieses: daßsie zu weit zurückgehn, und uns Empirikern ein Prinzipaufstellen, welches der gewöhnliche Menschenverstand zufassen oder zu erreichen selten im Stande ist, und wo-von man fast immer das Gegentheil in der wirklichenWelt findet. Ihre idealischen Fanale stehen so hoch, daßkein Steuermann solche entdecken und sich darnach rich-ten kann; und ich befürchte, daß die jungen Leute diemit geschärften! Blicke darnach auszusehn angewiesenwerden, bey dem geringsten Wölkchen ihr Schiff aufKlippen führen werden.

Kant ist gewiß der Mann der seinen feinsten Ab-straktionen Körper und Farben zu geben weiß; und den-noch brachte mir ein alter Empiriker, als er dessen Be-hauptung :

daß ein ganzes Volk unmöglich . . . u. s. w.

. . . gewisse Klasse erblich den Vorzug des Hcrrcn-

standes haben solle,gelesen hatte, folgende kleine Erzählung, womit er überihn völlig zu triumphiren glaubte.

Es war einmal, fing seine Erzählung an, einKaiser, den das Volk sich selbst erwählt hatte, und derein großes Reich glücklich beherrschte. Dieser hatte,nach dem eigenen Verlangen der Nation, dasselbe in

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