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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
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Auti-Kaudide.

Dorfe neben ihr, welcher sie mit der glücklichen und bal-digen Wiedervereinigung mit ihrem Verlornen Manutröstete, ihr etwas von einer seligen ewigen Zukunft, vonder kurzen Dauer dieses hinfälligen Lebens, von derwunderbaren Führung Gottes und von der Nothwendig-keit sich in seinen heiligen Willen zu ergeben, mit sol-chen: Eifer vorsagte, daß sie ihm ganz aufmerksam zu-hörte, und erlaubte mit seinem weißen Schnupftuche ihreThränen dann und wann abzutrocknen. Kandide fühltegleich, daß der Mann, ob er.gleich von Leitungen undPopen nichts gehört hatte, aus einem bessern Ganzendie Gründe »ahn: sie über einen unglücklichen Vorfallzu trösten.

Er nahm sich daher vor diesen Irrthum zu be-streuen. In dem Augenblick aber, als er zu reden an-fangen wollte, und nochmals die Thränen rollen sah,bemerkte er, daß seine Gründe lange nicht die Kraft jenerglücklichen Politik, wie er das System von der göttlichenVorsehung und weisen Anordnung nunmehr selbstnannte, haben würden; ..^»d daß die junge Witwenichts für ihn empfinden wurde, wenn er ihr sagte, daßdie Welt ein Chaos, der Todte todt, und ein Mann einMann wäre, wofür sie sich einen andern wählen könnte.Er schwieg also ganz vernünftig, ob ihm gleich seinSchweigen eine Heuchele:) zu seyn dünkcc.

Ein Seitenblick aber, welchen sie von ungefähr aufihn fallen ließ, erweckte in ihm das Verlangen ihr etwasZärtliches zu sagen; und darauf fing er mit einer ganzkläglichen Stimme zu ihr an- Unglückliche Witwe, wiesehr seyd Ihr zu bedauern, daß Euch das Schicksal ineine Welt versetzet hat, wo Alles so betrübt ist, derGerechte leibet, und der Gottlose herrschet; wo die besten

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