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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
81
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Ami - Kandide.

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Städte zu Grunde gehen, und die herrlichsten Felderverderben, wo man bey jedem Schritte befürchten muß,entweder von einem Felsen erschlagen, ober von derErde verschlungen zu werden! Sieb mrgte ich nur einenOrt wissen, wo eine weise Mmachr bieDinge besser geord-net hatte, wie glücklich wollte ich mich schätzen, Euchdahin zn führen, und Eure Schmerzen in lauter Wollustverwandele zusehen .... Allein seine Klagen, welchevon einem abgehärmten Gesichte begleitet wuroen, hat-ten nicht das Glück eine einzige von ihren Thränen zurückzu halten. Der Prediger ergriff daher mit Vergnügendie Gelegenheit ihm zu antworten, und stellte ihm sehreifrig vor: wie wir nun einmal in dieser Welt waren,und solche mit allen Klagen nicht andern würden. DieHauptsache beruhe nicht darauf, ob sie besser seyn könneoder nicht, sondern es käme vernünftigen Leuten daraufan, sich ihren Zustand so erträglich als möglich znmachen. Diese Witwe hätte ein Kind; selbiges müsse sienun mit ihrer Hände Arbeit erhalten: und das Mitleiddes ganzen Dorfes könnte sich nickn kräftiger zeigen, alsdaß es ihr, sobald immer möglich, guten Muth, Hoff-nung, Trost und Kräfte beybrachte. Dieses könnte ge-schehen, wenn sie die Beruhigung hatte, daß eine gnä-dige Vorsehung über sie wnlte, und ihr aus weiser Ab-sicht einen Mann von der Seite genommen hatte, woransich ihr Herz vielleicht zu sehr gehangen haben mögte;wenn sie wüßte, daß ihr Mann in eine ewige Freude ver-setzt, und nun vieles Jammers überhoben wäre.>Diesen glückiicbcn und heilsamen Zweck, diesen den Sterb-lichen so nöthigen Trost, könnte man aber nicht damiterhalten und erwecken, wenn man die Welt nach einemblinden Zufall laufen, oder ihren Schöpfer einen eigen-sinnigen bösen Mann seyn ließe, der sich entweder umnichts bekümmere oder Lust am Unglück habe. . . . .

MöserS verm. Schriften Z> Bd. F Ss