Druckschrift 
8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
68
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FZ

Ami -- Kandive.

Die Ueberzeugung darf aber nicht zu lebhaft wer-den, sonst eilt man immer nach dem Ende des Romans,und überschlägt die Episoden.

Die christliche Religion wirft am mehrften zn die-sen Ideen. Wie sie die Philosophie vom Falle desMenschen genützct :c. ? Warum sie den Himmel nichtso sinnlich gemacht wie die Türken? n. s. w.

Die Gewißheit der Unsterblichkeit muß sich nachunfern Bedürfnissen mehren und mindern; zn stark, würdesie eine zn große Verachtung des Lebens, und durch dieseeinen Muth wirken der alles wagen konnte, einen Muthder sich nicht passen würde einen entsetzlichenMuth

O Jüngling, du entbehrest den Gedanken von derUnsterblichkeit leicht, wenn du in Zärtlichkeit aufgelöset,nur in den Entzückungen der Liebe dahin stießest, odermit deiner glühenden Einbildung das dauerhaftere Ver-langen zum Genuß machst, ganz genießest, und dieKräfte gcfpa...>t "'dästsi; du brauchst es nicht. Aber,wenn einmal deine Lieben entschlafen, wenn das inner-liche Feuer die Adern nicht mehr anschwellt, und dieEinbildung den Dienst versagt: o dann wirst du ihnmit Dank annehmen; dann wirst du, so wie ich Alter,die Augen jenseit des Grabes wenden wollen, wenndicsscit das Unvermögen zu genießen die Blicke der Ge-liebten beschwerlich macht, der letzte Freund gestorben ist,die Jugend sich in unsrer Gesellschaft nicht mehr gefällt,und uns unsern einsamen Betrachtungen oder dem bloßenGenusse intellektueller Schönheiten überlasset.

Aber auch als Jüngling, wenn du edel denkst, wirdder Gedanke von der Unsterblichkeit deinen Enthusiasmus«nfeuren z erwirb die Stunden, welche von einem Ge-nusse