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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
364
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Der arme Freye.

indem sie alsdann ohne Zuchtruthe fleißig, und als freye-Menschen edler und glücklicher seyn würden.DieserMeinung bin ich auch, schloß Herr von B"; abernur meinem Gute laßt sich diese Veränderung so leichtnicht vornehmen wie Sie wohl denken, wovon ich Jh-nen die Ursache ein andermal erofncn werde."

Um diese Zeit brach der Amerikanische Krieg aus,und le Grand glaubte nun nichts bcssers thun zu können,als sich je eher je lieber in ein Land zu begeben, wo dieFreyheit solche muthigc Vertheidiger fände. Auf sei-nem -Wege aus dem Mcklcnburgischcn nach Holland,kam er durch Westphalen, und es traf sich eben daßer des Mit.ags zu Osnabrück in einem Wirthshause miteinem Advokaten zu speisen kam, mit dem er sich vondem dasigcn Lcibeigenthum unterhalten konnte. Die»sein hatte er bereits seinen ganzen Lebcnslaus erzählt,ehe der Braten auf den Tisch kam, und seine letztenMeklenburgische Schicksale mit der Ahnung beschlossen,daß es in Westphalen wohl noch schlimmer seyn mogte.

Der hiesige Leibeigenthum," antwortete ihm derAdvokat,ist gerade das Gegentheil von dem Meklen-burgischen. Wenn dort der Gutsherr dem Staate haf-tct, und dagegen seine ihm zugehörigen Hintersassenselbst in Ordnung halt; so haften hier die Leibeignen,wovon jeder seinen ihm anvertrauten Hof erblich be- sitzt, für alle Landcsauflagen. Sie stehen daher un- mittelbar unter den Landcsfürstlichen Aemtern und Ge-richten; und dem Gutsherrn sieht keine Zuchtruthe zu, die er vielleicht ehedem hatte, als er noch selbst in Per-son zu Felde zog, und die Dienste des Söldners ver-richtete: welchen itzt der Leibeigene bezahlt, nachdemihm der Gutsherr unter dieser Bedingung den Hof

erblich