Eine Erzählung.
„Herr, gethan haben? Und sind wir im Stande, für„ uns selbst etwas anzufangen?"
„So habe ich es immer mit meinen Leuten gehal-ten," fuhr Herr von B** fort: „ich lasse sie frey„ziehen, aber sie müssen mich erst bezahlen; und bediene„ mich nur meines Eigenthumsrechts über sie, wenn sie,„ auf meine Kosten ernährt und groß gemacht, ohne Ab-„schied davon laufen wollen. Der Staat legt mir die„Pflicht auf, meine Leute zu ernähren, und sie nicht„meinen Nachbarn vor die Thüre zu schicken; ich hafte,„nach dem Verhaltnisse meinerHufen, für die öffentlichen„Ausgaben; ich muß Rekruten und Fuhren stellen, wenn„es die gemeine Landesnothdurft erfordert: und so,„denke ich, sey es doch wohl billig, daß ich die unum-gänglich nöthige Macht habe meinen Haushalt inOrd-„ nung zu halten. Die Gesetze verstatten dem Vater eine„gewisse Macht über seine Kinder, wie dem Herrn über„feine Knechte; und rechnen darauf, daß hier das eigne„Interesse, wie dort die Liebe, allen Mißbrauch dieser„ Macht abwenden werde; auf den Nothfall aber tritt„auch das Amt der Obrigkeit ein; und überhaupt sind„ die Menschen nicht so gut und nicht so bose, wie man„ sie sich wohl gedenkt. Ihre unendliche Mischung, ihre„gegenseitigen Bedürfnisse, ihre Schwächen und Großen„machen, daß sich Arme und Reiche noch so ziemlich mit„ einander vertragen; und vollkommen ist nichts in der„Welt: wenn es anders eine Vollkommenheit seyn wür-„dc, daß alle Menschen gleich reich wären, und keiner„ dem andern die Schuh flickte."
„O Freyheit, Freyheit, edles Dut!" rief hierJean le Grand; und meinte, es wäre doch besser, wenndie Leibeignen das Land was sie für andere baueten, ge-gen einen gewissen feststehenden Zins erblich unterhätten:
indem