Der arme Freye.
Um die Sache besser zu betreiben, reiste Jean leGrand selbst mit diesem Gesuche nach Paris. Alleinder Konig wies die Cache an die Gcrichtssielle wohin siegehörte, und wo lc Grand von Rechtswegen abgewie-sen ward. Der Prozeß hatte ihm indeß viel gekostet;und er sah sich bald genöthigt Paris zu verlassen, undanderwärts Dienste zu suchen um zn leben: so gerner auch, als sein eigner Herr, ein eignes Rittergut be-sessen harte.
Ein gewisser Kaufmann in Lyon, Namens laPlacc, der eine große Fabrik hatte, und welchem seinegute Miene gefiel, nahm ihn endlich auf, als er hortedaß er von Jugend auf zur Handlung bestimmt wäre,und sich die dazu erforderlichen Fertigkeiten erworbenhatte. Hier gefiel es ihm so gut, besonders da er sicheinbildete von der 16jährigen Tochter seines Prinzipalseinen viclbedeutcndcn Blick empfangen zu haben, daß erlange an kein Weggehen dachte. Bald aber machte esihm unendliche Quaal, zu sehen, daß die vielen armenMenschen bey der Fabrik, mit Aufopferung aller ihrerLeibeskräfte, täglich nicht viel mehr als das liebe Brotverdienten, während auf der Tafel seines Prinzipals dergrößte Ucbcrfluß herrschte. Diese entsetzliche Ungleich-heit, daß zwölfhnndcrt Menschen welche sich von derFabrik ernährten, darben müßten um Einen reich zu ma-chen, fiel ihn; unerträglich; und er konnte sich nicht ent-halten, bisweilen mit den armen Leuten zn murren, undseinem Prinzipal darüber Vorwürfe zn machen.
Dieser
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