Eine Erzählung. 359
Dieser warnte ihn mehrmals, die Arbeiter nichtschwürig zn machen; und sagte ihm: „Es könne bey„großen Fabriken nicht anders seyn, wenn sie mit an-„ dcrn Preis halten wollten. Jeder Fabrikant verdiene„ihm täglich nur einen Stüvcr, welches freylich des„Jahrs, da ihrer 1200 waren, eine beträchtliche„Summe austrage; aber er könne doch jedem auch nicht„soviel mehr geben, wenn er sich nicht in die Gefahr„ setzen wolle, durch irgend ein Unglück in dem Laufe der„Handlung selbst zu Grunde gerichtet zu werden; und„ wenn er dann seine Fabrik aufgeben müsse, so würden„die armen Leute gar kein Brot haben. Diese selbst„ würden auch bey einem bessern Auskommen sich nicht„so sehr angreifen, und ohne die äußerste Noth nicht„vom Anbruch des Tages bis in die Nacht hinter ihrem„Webestuhle sitzen. Um ihn hiervon zu überzeugen,„wolle er den Leuten einmal ein Wochenlohn schenken;„und er solle selbst sehen, daß sie nicht eher wieder zur„Arbeit kommen würden, als bis sie es verzehrt hatten."
Allein auch diese Probe überzeugte den jungen leGrand nicht. Er glaubte immer, die prodnzirendcnFabrikanten müßten den Vortheil genießen, welchen ihrPrinzipal der nichts dazu thäte, unverdient genösse; siemüßten gleichsam eine Demokratie unter sich aus-machen, und den Vortheil welcher durch ihre Arbeit ge-wonnen werde, in eine Gesammtkasse legen, woraushiernächst ihre Kinder ausgesteuret und ihre Armen ver-pflegst würden.
Hier konnte sich der Prinzipal des Lachens überden theoretischen Einfall nicht enthalten, und ihm inScherz zu antworten: „Jede Fabrik und jeder Handel„ wolle m 0 narchisch geführt seyn. Direktoren einer„Kompanie, wenn sie vollkommen ehrliche Leute wären,
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