unsrer Vorfahren.
Nun müßte einer aber gewiß sehr übler Laune seyn,wenn er diese Art, der Einbildung oder dem Gedächt-nisse zu Hülfe zu kommen, für den hellen Weg zum Aber-glauben erklären, und alle diese Klotzchen als so vielMerkmale der finstern Begriffe der ersten rohen Zeitenaufstellen wollte. Jedes Zeitalter und jedes Volk hatsich solcher Hülfsmittel bedient, um dasjenige in allego-rische Handlung zu verwandeln, was sich als trockeneLehre nicht so gut einprägen würde; und man kann der-gleichen Mittel nur alsdann als abergläubisch verwerfen,wenn sie zum Betrüge gemißbraucht werden, und z. B.die Jäger den Glauben an den Tollwurm unterhalren,um ihn den Hunden der Bauern für Geld zu schneiden.
Andre Ausnahmen giebt es freylich auch; aberdiese werden eher durch die Regeln der Kunst als derMoral zu finden seyn. Die Regeln der Kunst erfordernunter andern, daß den guten Geistern gute Handlungen,und den bäsen bose zugeschrieben werden; und wenn die-ses beobachtet ist, so befürchte ich von dem Bösen, derden citeln Mädchen die sich des Abends noch bespiegeln,über die Schultern guckt, nicht mehr als von allen. Teu-feln, die bey Milton oder Klopstock die ganze Maschineregieren.
Das gute alte Klötzchen: daß derjenige welchereinen Granzsteiu verrückt, oder einen falschen Eid schwort,oder seinem Hofe etwas vergicbt, spuken gehen müsse;ist immer noch ein eben so feines als kunstmäßigcs Mittel,die Aufmerksamkeit auf jene wichtigen Pflichten zu er-hallen. Ich bin einmal selbst bey einem Streite, worindie Frage zwischen zwey Nachbarn zn erörtern war: obder Gränzstein gewichen sey oder nicht? Schiedsrichtergewesen. Der Eine sprach zu dem Andern: Setze duden Stein, wie er Pichen muß; dieser aber antwortete:
Setze