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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
332
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Zz 2 Ueber den sogenannten Aberglauben

worin man die Thiere vernünftig denken und sprechen,oder die Gotter sich mit den Menschenkindern unterredenund bisweilen gar versündigen laßt. Hier fürchtet mannicht, daß die Leute, welche durch dergleichen sinnlicheDarstellungen unterrichtet oder ergötzet werden, sich einstbey den denkenden und sprechenden Thieren Raths erho-len, oder die gezauberte Welt für die wirkliche haltenwerden. Ja, wie jüngst ein gewisser Lehrer auf deinLande seinen Schülern erzählte, daß, als der liebe Gotteinmal spazieren gewesen, ein Schneider im Himmel sichzu dessen Throne geschlichen, und durch die darunter be-findliche Oefnung seinem Amtsbrudcr in der Welt, dereben eine Elle Tuchs bey Seite gelegt, ein Thronbeinauf den Kopf geschleudert hatte; worauf ihm aber derliebe Gott, als er von seinem Spaziergangc zurückge-kommen, und ihm sein Thron mit drey Beinen in dieAugen gefallen Ware, zugerufen:Wanne! Wanne!wenn ich so hastig Ware wie du, wie würde es dir ergan-gen seyn!" so meinten die schalkhaften Jungen, derThron müsse sehr wurmstichig gewesen seyn, sonst würdeihn der Schneider nicht haben zerbrechen können; sobald sahen sie ein, daß es nur eine Erdichtung war.Und wie oft haben nicht schon die Schlüssel Pctri zurUnterlage einer moralischen Erzählung dienen müssen,ohne daß es jemanden eingefallen ist, sich vor dem Him-mel eine Thür zu denken? Die Götter - und Fabcllehreunsrer Nordischen Vorfahren war nur so reichhaltignicht an darstellenden Bildern, als die Griechische, welchevon Dichtern, Malern und Bildhauern bearbeitet war;und sie mußten sich daher, besonders als die christlicheReligion ihre Gotterlehre verdunkelte, in ihrem Vor-trage, mit einem lieben Gotte, und einem bösen Geiste,oder mit ein bischen Spukerey, behelfen.

Nun