Z04 Jede Exspektanz für erschlichen zu erklaren.
Achselzichen gegen den zurückgesetzten rechtlichen Mann zuentschuldigen, und allenfalls die ganze Schuld auf denFürsten zu schieben, der nun einmal sein Wort gegebenhatte, und solches nicht mit Ehren wieder zurücknehmenkönne. — Dabey ist es traurig, baß gerade die gut-herzigsten Fürsten einer geliebten Person am wenigstenetwas abschlagen, oder den ihnen gelegten Fallstrickendurch eine geschickte Wendung ausweichen können. DieWirkungen hievon sind um so viel schrecklicher, da keineStunde am Hofe vorbey geht, daß nicht jemand eineGnade zu suchen hat, und die mehrestcn die um des Für-sten Person sind, es beständig darauf angelegt habenseine Gutherzigkeit zu nützen.
Nirgend waren die üblen Folgen der Exspektanzensichtbarer, als in derKi r ch e, zur Zeit da alles Schaar-weise nach Rom lies, und sich von dem Papste ein lstvvesä Vacamra holte "). Der Konig von Frankreich,Karl VI, erhielt dergleichen vom Papste JohannesXXIII auf einmal sechshundert für seine Hofbcdien-teni und kein verdienter Mann konnte irgend zu einerPfründe gelangen, weil ihm überall der Weg durch ei-nige Exspektanten gesperrt war. Wenn hier nicht dieKirchenvater zu Trident **) zugetreten waren, und die-sem Unwesen auf einmal Ziel gesetzt hatten; so würdengewiß itzt viele Tausende herum wandern die auf andrerLeute Tod lauerten, und leicht den Wunsch damit verei-nigten daß er bald erfolgen möge.
Was hier die Tridentischen Kirchenvater zum Be-sten der Kirche thaten, das sollte jeder Fürst zum Besten
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