Jede Exspektanz für erschlichen zu erklären, zoz
Wenn eine Bedienung wirklich offen fallt, so wirdes gleich dem ganzen Publikum bekannt. Es meldensich darum mehrere, die sich einige Hoffnung machendürfen; der eine spricht von diesem geschickten Manne,und der andere von jenem ; die Sache kommt vor denRichtersiuhl des Hofes und des Publikums: und derFürst, der zu hoch sieht um alle Kompetenten beurthei-len zu können, kann doch einigermaßen erfahren welcherunter allen die mchrsten Verdiensie, oder doch die mehr-sien Fürsprecher habe; er kann den Rath feines Ministe-riums hören, und sich ohne alle Uebcrcilung entschließen.
Ganz anders verhalt es sich dagegen mit den Ep-spektanzen der Dienstjager. Diese werden insgemein zueiner Zeit gesucht, wenn es niemand vermuthet: wennder rechtliche Mann, der sich schämt Entwürfe und An-schlage auf eines andern Tod zu machen, in ruhiger Er-wartung lebt; wenn das Publikum keine Stimme gebenkann, und das Ministerium nicht um seinen Rath ge-fragt wird. Hier steckt sich der Eine hinter die Geliebtedes Fürsten; der Andere hinter ihre Kammerfrau; derDritte hinter den hohen oder niedrigen Günstling: unddiese wissen den Augenblick wo der Fürst ihnen nichtsabschlagen kann, so schlau zu wählen; sie wissen ihrenVortrag so kunstvoll einzurichten, daß es dem Fürsten,der sich dagegen hinter nichts verstecken kann, und derdurchaus dem Bitten seiner Geliebten oder dem Zubrin-gen des Günstlings bloß gestellt ist, fast unmöglich wirdsich mit Anstande aus der Schlinge zu ziehen. Und wennihm dann einmal auch nur ein halbes Ja! eirtgleitct;so wagt es der Staatssekretär, der auch seine Ursachenhat sich die Favoriten allerley Art nicht zu Feinden zumachen, so leicht nicht gegen dieses Fürstliche Wort an-zugehen: er findet es vielmehr bequemer, sich mit einem
Achsel-