Vergleichung eines alren und neuen Seupe'.
?5?cin, liebster Freund! Ihre Gesellschaften sind nichtmehr die meinigen; und ich genieße dabey nicht, wasich wohl ehedem bey einem Abendessen mit guten Freun-den genossen habe: es sey nun, daß ich mit den Jahrenden Geschmack an manchen Vergnügungen verloren habe,oder daß die junge Welt nicht mehr in meinen Tonstimmt. Das letzte scheinet mir fast das wahrschein-lichste ; und dann würde es nur darauf ankommen, obder alte oder der neue Ton der beste sey.
Kürzlich habe ich doch keinen vergnügter» Abendzugebracht, als bey der alten Frau Gcneralinn S.., wodie Alten das Wort behielten, und die Jungen sich indie Lippen beißen mußten. Aber zum Unglück für mich,hatte ich meinen Platz zwischen zwey jungen Damen er-halten, welche sich einander ihren Unwillen über dasje-nige was die Alten sprachen, nicht vcrhelen konnten,und sich eben nicht viel darum bekümmerten was ich da-bey denken mogtc. — Ich weiß nicht, wie die Redeeben auf dieblinden Hessen fiel, als jemand fragte:woher es doch in aller Welt kommen inogte, daß mandie Hessen blind nennte, da doch diese Nation gewißeine der scharfsichtigsten in Deutschland sey? „O!" riefder alte Präsident von Z... aus, „das will ich Ihnenwohl sagen: die Hessen hießen ehemals Karten oderKhaz-zcn, woraus zuletzt Hessen geworden; und es ist sichereine Anspielung auf die blinde Geburt der Katzen, daß
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