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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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286 Ueber die aligemeine Toleranz.

andern Gründen als der Mann; und das Volk mit an-dern, als der Weise. Dieses ist allgemeine Erfahrung,welcher zufolge man ein Kind mit einem Zuckerbrote wei-ter bringt, als mit dem besten Schlüsse. Dagegen istes bloße Theorie, daß jeder Mensch durch Gründe inWorte gefastet, regieret werden müsse. Die ganze Schö-pfung kann ohne Hülfe der Metaphysik zu uns sprechen;so auch der Redner zum Volke: seine Thränen werdenmit den meinigcn fließen, und seine Wuth wird sich mitder ineinigen vereinigen, ohne daß es lange untersucht,ob sie gerecht sind.

?s. Das wäre schlecht.

Aber Gott hat den Menschen so erschaffen,weil Gründe viel zu langsam und viel zu unsicher wirken;die Sinne aber allen Eindrücken offen stehen, und dieLeidenschaft allezeit fertig ist. Am Ende besteht denndoch die größte Vernunft darin, zweckmäßige Mittel zugebrauchen; man kann weiter nichts fordern, wo derZweck gut ist, als daß das Mittel ein Ninimum sey:und dieses ist die Metaphysik in den wenigsten Fallen.

N. Es scheint mir doch immer widersprechend zuseyn, daß göttliche Wahrheiten den Stempel der Mehr-heit, und wahre Naturgesetze den Namen der Obrigkeitaus der Stirn haben sollen; man sagt dies wenigstensnicht gern.

B. Die Rede war bis itzt nur von moralischenGesetzen; und in wiefern es gut seyn könne, jeden Ko-lonisten sich dazu (wie sie von der Mehrheit angenommensind) bekennen zu lassen, oder ihm (wenn er sich dessenweigert) das öffentliche Vertrauen bey abzulegendenZeugnissen, in der Beschwörung seines Handelsbuches,in obrigkeitlichen Stellen, oder in der Vertheidigung des

Vater-