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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
285
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Ueber die allgemeine Toleranz. 28s

Tausende mit den meiuigen übereinstimmen? Erhalte ichdadurch nicht die Beruhigung, daß von mir nicht mehrgefordert, und mein Irrthum mir nicht übel gedeutetwerden könne? Wir können es ferner nicht verhindern,daß nicht jedes Kind von seinen CUern und Lehrern vor-eingenommen, oder an feiner Fassungskraft verstümmeltwerde. Wollten wir es ganz frey aufwachsen lassen:so würde es ihm vielleicht wie dem Hunde gehen, dernach einem gewissen Alter zu nichts mehr abgerichtet wer-den kann; oder wir müßten die Klage des Schneidersin unsrer Kolonie gereckt finden, der seinen Vater ver-wünscht, daß er ihn nicht alle mögliche Künste und Wis-senschaften lernen lassen, um unter allen Handwerkendie freye Wahl zu haben. Kaun nun aber diese noth-wendige Verstümmelung der Kräfte des Menschen nichtvermieden werden: so wird auch ein jeder Kolonist min-der oder mehr geneigt seyn, den besten Gründen Gehörzu geben. Andre Volker, welche die Gründe ebenfallsnicht fassen konnten, sollen von Gott durch eine unmit-telbare Offenbarung von der Wahrheit belehrt seyn;oder es hat bey ihnen eine Gottheit das Opfer des Recht-glaubigen angezündet. Beides haben wir nicht zu er-warten; und wenn wir die Stimme der Mehrheit nichtfür die Stimme Gottes halten wollen: so bleibt unsnichts übrig, als sie für die Stimme der Vernünftigstenoder der Mächtigsten zu erkennen.

?s. Es scheinet, Sie sind auch für die Tau-schung des Volks?

B. Wenn man einem Jeden den Bissen so zu-schneidet, daß er ihn in den Mund fassen kann; und erdavon satt wird: so ist das keine Täuschung. DerMensch will, nach einem natürlichen Triebe, von allenDingen einen Grund wissen: das Kind beruhigt sich mit

andern