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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
282
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282 Ueber die allgemeine Toleranz.

gefesselt, wie irgend an eine andre Meinung. Auf alleFalle ist es aber doch besser, hier etwas als gar nichtszu thun.

?s. Hm! In England müssen die Juden erst kom-mniüciren, ehe sie einen Kontrakt von der Krone erhal-ten können! Aber wer soll nun darüber urtheilen,was für ein Bekenntniß in dieser Kolonie zugelassen wer-den soll oder nicht?

B> Die Mehrheit.

A. Sie halten also den größten Haufen für denweisesten? Und wer ist weife?

Lieber sollte es mir seyn, wenn die Mehrheitder weisesten Männer entschiede; und vielleicht läßt sichder große Haufen dieses gefallen. Wir sind dann auchweise, wenn wir das Volk dahin bringen, und es glück-lich leiten.

A. Auf diese Weise kommen wir ja wieder auf denalten Fleck: zu glauben was die Mehrheit, oder dieKirche, glaubt.

Nicht völlig; man legt dem Volke die Gründewelche es fassen kann, vor, und sagt ihm dabey, daßdie vernünftigsten und weisesten Männer die zugelassenenLehrsätze ebenfalls gcbilligct haben. Dadurch erhält eseinen gedoppelten Grund seiner Beruhigung. Bey die-ser Art des Verfahrens wird ihm nichts so schlechter-dings als Wahrheit, und noch weniger für gottlicheWahrheit, aufgedrungen. Und wenn dann Jemandnoch Zweifel behält: so kann er solche dem hiezu ange-ordneten Senate mit derjenigen Bescheidenheit vortragen,welche die allgemeine Ruhe der Kolonie ihm zur erstenPflicht macht ; und erwarten, daß man ihn, da er Em-pfänglichkeit für höhere Gründe zeigt, wo nicht von derWahrheit, doch von der relativen Nothwendigkeit undNutzbarkeit der zugelassenem Lehrsätze überzeuge. Wird

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