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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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272
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272 Ueber die allgemeine Toleranz.

sammlungshäuscr waren nichts gegen den unermeßlichenTempel des Allmächtigen, worin der freie Mensch untereinem freyen Himmel anbete; der Sonntag sey nicht bes-ser als jeder andre Tag, und Ein Augenblick der Zeitdem Hochsien eben so angenehm als jeder andre. Eswäre, sagten sie, lächerlich, Gott mit gewissen Ceremo-nien zu verehren, oder auch nur zu glauben, daß dashöchste Wesen von schwachen Menschen geehrer werdenkönne; sie hielten es so gar für gotteslästerlich, ein Ge-bet an dasselbe zu richten, oder, welches einerley sey, zufordern daß der Allwcise auf das thörichte Bitten derMenschen den Lauf der Welt abändern solle; und daSDankgebet zeugte nur, wie sie sich ausdrückten, von demStolze des Menschen, der sich vorstellt dem Allmächtigenein frcywilliges Dankopfer bringen zu können

Sie hatten also auch nichts von äußerlichen Cere-monien; und jeder Hausvater, jedes Glied der Familie,hatte seine eigenen Gedanken von dem allmachtigen, all-weise», und allgütigen Wesen: ohne daß sie einige be-stimmte Schlüsse zum Besten der Kolonie daraus mach-ten, und sich zu denselben gemeinschaftlich bekennctcn.

Indeß konnte man sie dcsfalls von den Ehren-stellcn nicht ausschließen; und weder Christen, noch Ju-den, welche nach ihrer Weise sich vereinigt hatten, undihre Kinder nach festgesetzten Schlüssen erziehen ließen,machten ihnen diese Glaubensfreyheit streitig. Aufeinmal aber erfuhren diese, daß unter jenen ein Vaterseine Tochter, eine Mutter ihren Sohn, ein Bruderseine Schwester gcheirathet hatte; man erfuhr, daß Ver-schiedene derselben sich mehre« e Weiber zulegten, undsolche nach Gefallen wieder zurück schickten; man erfuhr,daß einer seinen Erstgebornen zum Opfer geschlachtet,und die Frau eines Andern sich auf den; Grabe ihres

Mannes