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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
268
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2v8 Ueber die allgemeine Toleranz.

sich vielleicht ein Verdienst daraus machen, einen Atheisten zu betrügen. "

Nicht allein das," rief Einer aus dem Volke:sondernIhr Atheisten seyd auch unfähig ein Obrigkeit-liches Amt zu verwalten, oder Repräsentanten des Volkszu werden. Ihr könnet auch von andern Religions-vcrwandten kein Zeugniß verlangen, weil Ihr ihnenkeines wiedergeben könnet. Und, wenn einmal das Un-glück seyn sollte, daß wir gegen die Wilden ziehen müß-ten: so fechten wir nicht mit euch, weil Ihr mit unsnicht gleichen Muth haben könnet, indem Ihr mit demLeben alles verliert, wir aber nur aus einem Leben insandre übergehen. Ihr seyd also nicht besser als Skla-ven, die sich den Gesetzen und Steuren, die wir ihnenohne ihre Zustimmung auflegen, unterwerfen müs-sen."... Ein Philosoph bemerkte noch hiebey:derAtheimus könne nie das Band einer bürgerlichen Gesell-schaft werden; derselbe isolire seiner Natur nach, undführe überhaupt zu einem freudenlosen Leben, um dessenwillen es sich nicht der Mühe verlohne, Gesellschaftenzu errichten."

Nun ging es ans Protokollircn, da ein jeder seinGlaubensbekenntnis ablegen mußte. Der eine glaubtedies, der andre das; und was das schlimmste dabeywar: so hatte fast ein jeder alle acht Tage seiner Mei-nung etwas ab - oder zuzusetzen, wie dieses fast immerder Fall ist, wenn man erst anfangt einer Sache rechtnachzudenken, und darüber warm wird. Hierüberwurde aber das Protokoll so dick, daß der Kolonieschrei-ber I o h a n n Jakob solches durchaus geschlossen ha-ben wellte. Allein Keiner wollte dem Rechte, seineMcinu g früh oder spat andern zu mögen, entsagen;und so blieb das Protokoll zur großen Beschwerde des

Schrei-