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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
218
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2i8 Der Cölibat der Geisilichkeit.

die jetzt ihre Oberherrn aller Macht, sie in Zukunft zuschützen, berauben.

Aber die Ordcnsleute sind selbst Schuld au ihremUnglück; die Zeit, worin sie es allein waren die lesenlind schreiben konnten, ist nicht mehr, lind die veränder-ten Bedürfnisse des Staats erfordern etwas mehr alsLatein; aber sie haben nicht eingelenkt: sie sind, nach-dem sie die Jesuiten, ihren rechten Arm, verloren unddarüber frohlocket haben, wo nicht in allen Wissenschaf-ten, doch gewiß in der Politik, Jahrhunderte hinter denLaien zurück. Sie haben noch keinen Mann von Ge-schmack zu ihrem Vertheidiger gesucht, und klagen im-merfort über das unförmliche Verfahren wider sie, ohnezu bedenken daß eine glückliche Rettung jede unmcthodischeKur in eine heroische verwandle, und alle großen Rcvo-lurioncn und Reformationen fast niemals formlich an-fangen und endigen können.

Jedoch diese Betrachtungen gehören nicht zu mei-nem Zweck; dieser ging bloß dahin Ihnen zu zeigen, wieder Colibat der Geistlichen, indem er die Trennung zwi-schen der geistlichen und weltlichen Macht unterhalt undda wo er beide vereinigen muß, den Zwitter mit derErb-losigkeit bestraft, der menschlichen Freyheit sehr zu gutekomme, und ein Opfer sey, welches die Laien eher mitDank annehmen als verschmähen sollten. Die praktisch-denkenden Leute, welche im vorigen Jahrhundert nocheigene Predigten gegen das leichtfertige Hcirathen desGesindes halten ließen, haben es zu allen Zeiten schick-lich und nüblich gefunden, daß die Cadcts von Familieunverhcirathet blieben, damit der Staat keine Witwenzu Pensioniren, keine neue Bedienungen zu erschaffen,und keine Verrather in seinem Schooße haben mogtc;

denn