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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Del' Cvli'bak der Geisillchkeit. 21 z

heit, für Freyheit und Eigenthum wegfallen, wenn wirden Geistlichen die Ehe verstatteten? Wo würde die freyeWahl, wodurch die Vereinigung aller geistlichen undweltlichen Macht in denBifchofthümern fo fchr gemildertwird, bleiben? und wurde nicht der Schooß der Kirche,der vom heiligen Geiste getrieben wird, dem unheiligenEchooße einer Dame weichen müssen, der eben fo gutBischöfe als Herzoge und Grafen hervorbringen kann?War es nicht auch eines Weibes Schooß, der dem Volkedas Recht, seine Herzoge und Grafen unter kaiserlicherBestätigung zu wählen, geraubt hat?

Zwar ist jener große Plan nicht zur Erfüllung ge-bracht worden; die weltlichen Fürsien haben sich hie undda mit Macht dagegen erhalten. Allein, er besteht dochnoch immer in den Deutschen Bischofthümern; und wo-durch anders, als durch den Colibat der Geistlichkeit, dermit dem cbengcdachtcn Plane von gleichem Alter, und jaso fest mit ihm verbunden ist, wie die großeHochachtung,welche man in der römischen Kirche für die Keuschheithat, mit der ganzen Lehre vom Colibat.

Wenn irgend eine Tugend Altare und Anbetungverdiente, so war es die Keuschheit, die lnexb-iull-t pn-bonas ist in aller Absicht von großem Werthe, undwer zieht nicht ein unbeflecktes Mädchen allen übrigenvor? Gleichwohl hat die römische Kirche immer auf dieKeuschheit noch einen besondern Werth gelegt, die Ge-lübde ihr zu Ehren vor allen andern begünstigt, undkeiner Tugend so viel Märtyrer verschaft als ihr. Aberwahrscheinlich würde diese Tugend, so weit als sie demEhestände entgegen gesetzt wird, langst ihren Altar ver-loren haben, wenn sie nicht eben in diesem Maaße ihrenpolitischen Nutzen, in Absicht auf das Colibat der

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