214 Der Cülibat der Geistlichkeit.
Fürsten sind, und alle Sohne der Fürsten Prinzen hei-ßen, mögte leicht jeder Sohn eines Bischofes llchilco-xunculuz seyn wollen, und wie wir an demBischof-thunie Lübeck sehen, die Wahl immer ans die bischöflicheFamilie fallen. Immer würde der Vater den Sohn zumKoadjutor haben wollen; und wie viele Domherrn wür-den dem Einflüsse des Hofes und den Mitteln, welchedieser immer in Handen hat, widerstehen? Ernennen dochdie letzten selbst in den protestantischen Stiftern, wennfic hcirathcn dürfen, immer ihre Söhne zu Domicellaren,oder erhalten auf andere Weise die Pfründen in ihren Fa-milien. Sollte dieses aber für das gemeine Beste zu-träglich seyn? Haben wir nicht Prinzen und Edelleutegenug und überflüssig? oder ist es nöthig ihre Anzahlnoch mit den Kindern einer hohen Geistlichkeit zu ver-mehren , die, wenn keine Jesuitergütcr mehr vorhandensind, wovon Kommenden für sie gemacht werden können,dem Staate oder ihrer Familie zur Last bleiben?
Nach dem vorangezogenen Plane Gregors VII,der lange vor unsern neuern Philosophen alle weltlicheMacht für eine gesetzlose Anmaßung erklärte, und schonweiter ging als nach ihm der AbbV St. Pierre, sollte dieganze Christenheit von ehrlosen Geistlichen mit dem Lösc-und Bindeschlüssel regieret, und kein Staat mit demWitthume einer Fürstinn, oder mit der Absteucr fürstlicherKinder beschweret Werden; alle Minister und Bedientesollten geistlich seyn, und folglich dem Lande welchem siedienten, keine Söhne und Töchter zur siandcsmaßigenVersorgung hinterlassen; zu allen hohen und niedrigenPfründen sollte, nach einer nothwendigen Folge, jederverdiente Mann im Staat, und nicht bloß Einer ausdieser oder jener Familie gelangen können. Würden nichtaber alle diese wichtigen Vortheile für die ganze Mensch-heit,