und Litteratur.
In der Kunstsprache haben wir, seitdem Winket-mann, Wieland, Lavater und Sulzer geschrie-ben haben, uns nicht allein alles eigen gemacht was dieAuslander eignes hatten, sondern auch vieles auf un-serm Boden gezogen. Und die Verfasser verschiedenerempfindsamen Romane haben in einzelnen Partieen ge-zeigt, daß unsre Sprache auch zum wahren Rührendengeschickt sey . und besonders das stille Große sowohl,als das volle Sanfte auf das machtigste darstellen könne.Wie stark, wie rührend, wie edel ist nicht die SpracheWoldeinars * ) ? Was fehlt dem. gedämpften Aus-druck der Empfindung in der Nacht beym Gewitter,welche uns die Klostc rge sch ichte ") fühlen laßt?Und wie vieles haben nicht andre, die ich hier nicht allenennen kann, in dieser Art geleistet, wenn man bloß dieSprache betrachtet, und von der Erfindung wie vondem Zwecke wegsieht? Unsre Rednersprache hat zwarkeine große Muster geliefert, weil es ihnen an großenGelegenheiten gefehlt hat; aber sie ist hinlänglich vorbe-reitet, und wird keinen empfindenden und denkendenMann leicht im Stiche lassen. Die philosophischeSprache ist seitdem sie aus Leibn itzcns und Wol-fcn s Handen kam, unendlich empfänglicher und fähigergeworden alles zu bestimmen und deutlich zu ordnen;und unser historischer Stil hat sich in dem Verhältnißgebessert als sich der Preußische Name ausgezeichnet, unduns unsre eigne Geschichte wichtiger und werther gemachthat. Wenn wir erst mehr Nationalinteresse erhalten,werden wir die Begebenheiten auch mächtiger empfindenund fruchtbarer ausdrücken. Bis dahin aber wird die
Ge-
*) Von Fr. Zacobi.
**) Von Sprickmann.