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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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203
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und Litteratur.

tion früher üppig geworden ist als die unsrige, so hatsie sich auch früher mit feinern Empfindungen und Unter?fuchungen abgegeben. Wie der Deutsche noch einenstarken tapfern und brauchbaren Kerl für tüchtig, odernach unserer Buch spräche, für tugendhaft hielt, unddessen Herz nicht weiter untersuchte, als es seine eigneSicherheit erforderte; fing Montaigne schon an,über den innern Gehalt der Tugenden feines Nächsten zugrübeln, und diese um so viel geringer zu würdigen, alsEitelkeit und Stolz zur feinen Mark genommen waren.Dieses ist der natürliche Gang der Ueppigkeit der Seele,die ihre Muse zu sanftern und feinern Empfindungenverwendet, und damit auch zu feinern Maaßen undAusdrücken gelangt, als der rohe Wohlstand, der allesmit Gesundheit verzehret, und die feinern Künste desKochs glücklich entbehret.

Indeß mogte ich doch nicht sagen, daß wir jetzt nochso sehr weit zurück waren, wenn wir gleich alle Nuancendes Ridicülcn nicht ausdrücken, und für jede verschiedeneMischung der menschlichen Tugenden und Laster nicht alledie eigentlichen Zeichen haben, deren sich die Franzosen, vonMontaigne bis St. Evremond, und von diesembis zum Marinontcl, (aus einem unglücklichen Be-dürfniß würde Rousseau hinzusetzen) bedienet haben.Keine Sprache hat sich vielleicht so sehr zu ihrem Vor-theile verändert als die unsrige; nichts war armseligerals unsre komische Sprache: außer dem Hanswurst warkeiner auf der Bühne, der einen komischen Ton hatte,und das Volk liebte diesen, weil es von ihm wahreVolkssprache horte; alle andre redeten in der Buch-sprache, der unbequemsten zum Sprechen unter allen,oder ihre Rolle gestattete ihnen nicht, sich der Volks-sprache zu bedienen. Lessing war der erste, der Pro-

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