2oo Schreiben über die Deutsche- Sprache
den sie in ihrem wahren Vaterland? haben. Selbst einMensch kann sich nicht des andern Worte so zueignen,daß sie in seinem Munde die Wahrheit haben, womitder andre sie vorbringt. Wie Ihr Konig ehedem beyeiner Menge trauriger Nachrichten sagte: (We cela talcxer6re cour-c^e! und mit Warme hinzusetzte: i> sautgvs nou8 recloubiions msiinen-un uos elloris *);so ist niemand im Stande ihm dieses mit dem Grade derWahrheit und der Empfindung nachzusprechen, womiter es selbst hervorgebracht hat. Der schone Uebcrgangdes Abbe" Coycr**), womit er die Erzählung dessenwas an dem Tage nach dem Einsätze von Wien vorge-fallen ist, anfangt: I.S lenclemiliu cl'uiio vicroire eck«ncors ein beau chur, wird nicht leicht irgendwo wah-rer als auf dieser Stelle seyn, wo die rettenden Fürstenin hoher Freude den Dank der Geretteten annehmen, er-haltene Freunde einander am Halse hangen, und jeder-mann in Crkenntlichkcits-und Freudcnlhrancn zerstießt.
Meiner Meinung nach, müssen wir also durchausmehr aus uns selbst und aus unserm Boden ziehen, alswir bisher gethan haben, und die Kunst unsrer Nachba-ren höchstens nur in so weit nutzen, als sie zur Verbesse-rung unsrer eigenthümlichen Güter und ihrer Kultur die-net. Wir müssen es wie Rousseau machen, der alleRegeln und Gesetze seiner Zeit um sich herum stehen oderfallen ließ, um aus sich selbst zu schöpfen und seine Em-pfindungen allein auszudrücken; oder wie Klopstock,der nicht erst den Milton laß, um seinen Messias zubilden.
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Zwar
l.eips.
Vls äs Sobieslck, M II.