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Und wo ist die Einheit, die der Konig und dieNatur von jedem Kunstwerke erfordern, glücklicher undunter einer großen: Menge von Mannichfaltigkeitcu be-achtet, als eben in diesen Werken ? Die Menge und Ver-schiedenheit der Gegenstände, welche in einem Kunst-werke zusammen gestellet werden, ist also gewiß kein Hin-derniß ihrer Schönheit, ob dieses gleich nicht von jedemKünstler überwunden werden kann; und es ist allezeitglaublich, daß es für die Stücke, welche in Sha-kesp e ares Manier gearbeitet werden, einen sehr hohenVereinigungspunkt gebe, wenn wir gleich jetzt noch nichthoch genug gestiegen sind, um ihn mit unsern sterblichenAugen zu erreichen. Die ganze Schöpfung ist gewiß zurEinheit gestimmt, und doch scheinet sie uns hie und dasehr wild, und noch wilder als ein englischer Garten zu »seyn. Aber freylich was wir als Eins bewundern sol-len, muß auch als Eins in unsern Gesichtskreis gestelletwerden: und so dürfen wir den Vereinigungspunkt derKunstwerke nicht so hoch legen, wie ihn der Schöpfer ge-legt hat; oder wir schaffen nur Wildnisse. Indeß liegtdoch die Einheit, da wo ein Gothischer Thurm mitprächtigen Römischen Gebäuden, oder wo, wieimWil-helmsbade bey Hanan, die Fürstliche Wohnung unterRuinen, mit schönen Gebäuden und Partiecu glücklichzusammen stimmet, höher, als wo bloß eine Reihe schö-ner Hänser und wenn es auch in der Hauptstadt wäre,eine gerade lange Gaffe ausmacht. Der Weißcstcin beyCassel ist nach kühnern Regeln angelegt, als eine Römi-sche Villa.
Außerdem aber hat das Nachahmen fremder Na-tionen leicht den innerlichen Fehler aller Kopieen, dieman um deswillen geringer als ihre Originale schätzt»weil der Kopist natürlicher Weise immer mehr oder weni-
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