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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
196
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^9'Z Schreiben über die Deutsche Sprache

XIV herrschte, bleiben wollen, wir nothwendig einmalzur mannichfaltigen Namr wieder zurückkehren, aus die-ser von neuem schöpfen, und eine größere Menge von Na-turalien als bisher, zu vereinigen suchen müssen; oderunsre Stücke werden zuletzt so fein und niedlich werden,wie eine Erzählung von M armontel, in der man miteinem Blicke den Faden sehen kann wodurch sie zusam-mengehalten wird. Die Franzosen, welche vor einigetJen Shakespearcs Werke in ihre Sprache übertru-gen, fühlten den Fehler lebhaft, und wollten lieber vonihren Mitbuhlern borgen, als ewig Schüler ihrer tyran-nischen Meister bleiben, die um den Ruhm ihrer Werkezu verewigen, alle ihre Nachkommen in der Kunst zuentmannen suchen.

Unser bisheriger geringer Fortgang auf diefemWege darf uns aber nicht abhalten ihn zu verfolgen.Vielweniger dürfen wir den andern nehmen, wo die ver-wohnten Liebhaber alle andern schonen Baume ausgerot-tet haben, um lauter Pfirsiche zu essen. Was bey diesenUebermuch und hoher Geist ist, würde bey uns Leicht-sinnigkeit, oder Schwachheit, oder Sprodigkcit einerHaßlichen seyn. Ist es gleich schwerer unter einer gro-ßen Menge zu wählen, und gewählte unzahlbare Sachenzu einem großen Zwecke zu vereinigen, als einen einför-migen Kranz von Rosenknospen zu binden: so ist auchdie Würkung davon so viel großer, wenn die Wahl undZusammenstellung wohl gerathen ist; und was Mon-tesquieu und Winkelmann, zwey Manner die ichgern zusammen setze, weil sie mir einerley Große undeinerley Fehler gehabt zu haben scheinen, aus unzählba-ren Bruchstücken von ganz verschiedener Art und Zeit zu-sammen gesetzt haben, wird immer ein Werk bleiben,welches der Heync eines jeden Jahrhunderts seinerAufmerksamkeit und Verbesserung werth achten wird.

Und