und Litteratur.
ley Kost vergnüge» wollten, nicht gar zu bunt gemacheHärten. Hieran aber istG 6the unschuldig, ob er gleichnoch vieles gegen diejenigen zu sagen haben mogtc, dieaus einem übertriebenen Ekel gar nichts nacktes leiden,und die schönste Venus nicht anders als unter der Deckewissen wollen.
Jedoch ich will den Tadel des Königs, so weit eruns allgemein trift, einmal als richtig annehmen, undihn also ausdrücken: daß wir Deutsche in der Wahl derParriecn, die wir dem Auge oder dem Ohre dargestellethaben, zu wenig Geschmack bewiesen, und auch diese sowunderlich und abenteuerlich zusammen gestellet haben,wie es Shakespeare, nach dein Urtheile des Herrnvon Voltaire, gethan haben soll; ich will einmal zuge-ben, daß wir noch kein einziges Stück haben, was mitden Meisterstücken eines Corneille oder V o ltair e,die nicht leicht jemand hoher schätzen kann als ich sieselbst schätze, verglichen werden konnte; — so kommt esdoch noch immer auf die Frage an, ob wir ans unsermWege, oder auf demjenigen welchen andre Nationen er-wählet haben, fortgehen dürfen, um das Ziel der Voll-kommenheit zu erreichen, was die Natur für uns be-stimmt hat?
Der Weg welchen die Jtalianer und Franzosen er-wählt haben, ist dieser, daß sie zu sehr der Schönheit ge-opfert, sich davon hohe Ideale gemacht, und nun allesverworfen haben, was sich nicht sogleich dazu schickenwollte. Hierüber ist bey ihnen die dichterische Natur ver-armt, und die Mannichfaltigkeit verloren gegangen.Der Deutsche hingegen hat, wie derEnglander, dieMan-nichfaltigkeit der höchsten Schönheit vorgezogen und lie-ber ein plattes Gesicht mit unter als lauter Habichtsna-sen malen wollen.
MoserS veri», Schuften, l> Bd. N Matt