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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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und Litteratur.

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Deutschen nicht. Der Staat geht unter der Wache ste-hender Heere maschinenmäßig seinen Gang, wir suchendie Ehre fast bloß im Dienste oder in der Gelehrsamkeit,und nicht in Erreichung des höchsten Zwecks von beiden;unsre Schonen stimmen leichter zu ordentlichen als heroi-schen Empfindungen; und der Zwcykampf, der sich im-mer noch glucklicher Weise erhalt, versöhnet den Racher,und wehret der meuchelmördcrischen Wollust, welchedie Rache erfinderisch und begeistert macht. Oder wosich ja eine große Begebenheit, die das menschliche Ge-schlecht interessirt, zeigt: so wirkt sie auf uns so starknicht wie auf andere Nationen. Die Geschichte desMüllers Arnold würde in Frankreich alle Parlamen-rer und in England alle Parteyen, die vor und widerden Konig sind, in Bewegung gesetzt haben. Aber inDeutschland hat man sie sich als eine frohe Neuigkeiterzählet: keiner hat die Gefahr laut gerüget, welchedem Staate bevorsteht, worin die Rechtssachen im Ka-binet untersuchet und entschieden werden: und nicht ein-mal ein Schmeichler hat es gewagt zu sagen, daß esein dem Könige zum ersten und einzigeumale entschlüpf-ter Donnerkeil sey, der aber, indem er eine große Ver-änderung in der Justizverwaltung nach sich gezogen,einen Fels gespalten und eine Goldmine bloß gele-gct habe.

Unsre Empfindungen sind nicht zu der feinen Rach-sucht gestimmt, welche in Lessings Emilic tont;und wir haben höchstens nur Vaterstädte und ein ge-lehrtes Vaterland, was wir als Bürger oder als Ge-lehrte lieben. Für die Erhaltung des Deutschen Reichs-systems stürzt sich bey uns kein Curtius in denAbgrund.

Wenn