i8o Ueber Vereinigung
teln nicht verlieren wollen, da sie so manchen treuen Die-ner damit ohne ihren Schaden bezahlen können. Eswird die Immunitat so wohl der Personen als der Oer-tcr ihren Beyfall nicht erhalten, und der kostbare Unter-halt besondrer geistlicher Richter bey der jetzigen Mili-tarverfassuug, ihnen überflüssig vorkommen. Sie werdenihre Geistlichkeit zur Zeit der Noth auch ohne päpstlicheEinwilligung besteuren, und mit einem Worte dem heili-gen Vater von allem dem nichts geben wollen, was sieselbst gebrauchen können.
Dieses ist der wahre Knoten der die Vereinigungunter uns hindert, und worin die Kirche ihren jünger»Kindern nichts nachgeben kann, ohne den altern eben soviel nachzugeben, und somit auf beiden Seiten zu verlie-ren. Das kann und wird aber nach dem gewöhnlichenLaufe der Sachen in unsrer sublunarischen Welt nie ge-schehen; und man wird in den Kabinetten unsrer Für-sten eher das heiligeOel, das unentgcldlich gegeben wird,als die Taxe der Römischen Kanzlei) zulassen. Wir Prote-stanten glauben; das Reich Christi sey nicht von dieserWelt, und die Religion müsse dem Staate so wenig alsmöglich zur Last fallen. Ihr Katholiken hingegen glaubt:die christliche Kirche unter ihrem sichtbaren Oberhauptemüsse auch in weltlichem Ansehen stehen, und zur Zeitder Trübsale mit diesem ihrem Ansehen der weltlichenMacht entgegen treten können. Daher muß der Römi-sche Hof, um sich und die Geistlichkeit dabey zu erhalten,immer viel Politik gebrauchen, auf alle Begebenheiten inder Welt ein wachsames Auge haben, und sich in dieStaatssachcn mischen; welches aber unsern protestanti-schen Fürsten eben so ungelegen ist, als manchem katho-lischen. Das laßt sich aber nach Eurer hierarchischenVerfassung unmöglich andern, ohne deren ganzen Wür«
kungs-