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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
176
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176 Ueber Vereinigung

Den chelosen Stand der Priester nehme ich in mei-nem sechzigsten Jahre gern an. Wie manches Bischof-thum würde langst, wie die Herzogthümer und Graf-schaften, vererbt und verschlungen seyn, wenn jeder Bi-schof eines Weibes Mann geworden wäre? Wie man-ches geistliche Lehen wurde ictzt gleich den weltlichen ver-dunkelt, und mit den Erbgütern einer Familie vermischtseyn, wenn den Pfrüudncrn das Hcirathcn wäre erlaubtworden? Wie manche Pfarre mogtc jetzt ohne alle Ein-künfte bcstehn, nachdem die Zehnten verschwunden, unddie Geldcinküufe mit dem Verfall der Münze in Nichtsverwandelt sind, wenn nicht hie und da ein chcloser Prie-ster das Seinige daran vermacht hätte? Und womitwollte man endlich Verdienste belohnt haben, wenn diePräbenden solchergestalt Lehngüter gewisser Familien ge-worden wären; oder was würde die Welt bey einer Be-völkerung, die sich weder dem Ackerbau noch den Künstengewidmet hatte, gewonnen haben? Sicher würde einKind aus der Klasse die alle übrigen unterhält, und diedenn auch noch wohl einmal mitunter cincAusmuntcruugund Belohnung verdient, nie zu Ehren und Würden ge-langt seyn.

Gegen die Kloster würden wir Protestanten mitGrunde nichts erinnern können, so bald die Kirche umder menschlichen Schwachheit willen fest setzte, daß einKlosiergclübde nicht länger als sechs Jahre binden, undim siebenten ein Freyjahr seyn sollte; in diesem müßtejeder Bischof die Kloster seiner Diöccs personlich visiciren,und entweder die Erneuerung des Gelübdes auf andresechs Jahre annehmen, oder denjenigen die solches nichtzu erneuern wünschten, die Freyheit ertheilen. Auf dieseArt würden wir die Kloster als heilige Ruhestätten undsichere Zufluchtsörter betrachten, worin die Kinder der

Man-