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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
171
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Ueber das Schreiben an den Oberrabbinsr. - 7 k

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Unter Mbsers Papieren fand sich nachffchendcr kleiner Auf-satz in Betreff dieses Schreibens.

Ueber den Brief an den Oberrabbinersind mir Vorwürfe gemacht worden; und fast sollte esmich gereuen, daß ich ihn bekannt gemacht habe. DerAnlaß dazu kann mich aber einigermaßen entschuldigen.Ein Freund mit welchem ich mich über die Göttlichkeitunserer Offenbarung unterrcdete, behauptete hartnackig:daß alle andre Religionen, von Menschen erfunden, soviel Geiste auch ihre Stifter gehabt hätten , nichts ent-hielten, was mit jener in einige Verglcichung gcstelletwerden könne.

Ohne dieses im geringsten zu leugnen, antworteteich ihm: wie wir über die Kräfte des menschlichen Ge-nies nicht urtheilen, und nicht wissen konnten, ob Gottnicht das einzige was jemals unter der Sonne gewesenwäre, zu seinen großen Absichten auserschcn habenmögte. Er wollte aber nicht nachgeben: und brachtemich endlich dahin, ihm hitzig und übereilt zu sagen:

Alle Religionen, welche auf die Unsterblichkeitder Seelen gebauct sind, konnten in ihrem natürlichenGange auf keinen Erlöser kommen, weil sie ihn nichtgebrauchten; und dieses sey der Fall aller Religionen,außer der Jüdischen. Diese hingegen, welche aus-drücklich sagt, daß der erste Menftch das EbenbildGottes oder die Unsterblichkeit verloren habe; welchees zum ersten Gesetze macht, daß der Mensch wiederzur Erde werden soll, wovon er genommen ist: dieseReligion, sage ich, müsse zuletzt durchaus ans einenErloser und Versöhner führen; sie müsse schlechrer- dings alle Menschen in einem Ewigen sterben lassen,

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