Ueber das Schreiben an den Oberrabbinsr. - 7 k
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Unter Mbsers Papieren fand sich nachffchendcr kleiner Auf-satz in Betreff dieses Schreibens.
Ueber den Brief an den Oberrabbinersind mir Vorwürfe gemacht worden; und fast sollte esmich gereuen, daß ich ihn bekannt gemacht habe. DerAnlaß dazu kann mich aber einigermaßen entschuldigen.Ein Freund mit welchem ich mich über die Göttlichkeitunserer Offenbarung unterrcdete, behauptete hartnackig:daß alle andre Religionen, von Menschen erfunden, soviel Geiste auch ihre Stifter gehabt hätten , nichts ent-hielten, was mit jener in einige Verglcichung gcstelletwerden könne.
Ohne dieses im geringsten zu leugnen, antworteteich ihm: wie wir über die Kräfte des menschlichen Ge-nies nicht urtheilen, und nicht wissen konnten, ob Gottnicht das einzige was jemals unter der Sonne gewesenwäre, zu seinen großen Absichten auserschcn habenmögte. Er wollte aber nicht nachgeben: und brachtemich endlich dahin, ihm hitzig und übereilt zu sagen:
„Alle Religionen, welche auf die Unsterblichkeit„der Seelen gebauct sind, konnten in ihrem natürlichen„Gange auf keinen Erlöser kommen, weil sie ihn nicht„gebrauchten; und dieses sey der Fall aller Religionen,„außer der Jüdischen. Diese hingegen, welche aus-drücklich sagt, daß der erste Menftch das Ebenbild„Gottes oder die Unsterblichkeit verloren habe; welche„es zum ersten Gesetze macht, daß der Mensch wieder„zur Erde werden soll, wovon er genommen ist: diese„Religion, sage ich, müsse zuletzt durchaus ans einen„Erloser und Versöhner führen; sie müsse schlechrer-„ dings alle Menschen in einem Ewigen sterben lassen,
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