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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
163
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Schreiben an einen Obetrabbiner. »6z

schaftlichen Stammvaters gewesen, oder ob er die Straftdes Todes, womit sein Diener Moses gegen die dama-lige Gewohnheit seine Gebote schärfte, dadurch so vielfurchtbarer und wirksamer machen wollen: daran liegtuns jetzt so viel nicht. Genug, das Gesetz Ihres Got-tes sagte: Mensch du sollst wieder zur Erde werden,wovon du genommen bist; und die Sadducäer durftenöffentlich behaupten: dieses Gesetz rühre von einem un-veränderlichen Gott her, und es sey nicht allein vergeb-lich, sondern sündlich, zu denken daß der Mensch gegendiesen so deutlich geoffenbarten Willen seines Schöpfersvon den Todten wieder auferstehen werde. Ich habealso nicht inic einem Volke zu streiten, das die Unsterb-lichkeit der Seele in sein ursprüngliches Religionssystemaufgenommen hatte; sondern mit einem Volke oderManne, dessen ältester und erster von Gott gebotenerGrundsatz gewesen: der Mensch muß wieder zur Erdewerden, wovon er genommen ist. Auf dieses Zuge-ständnis; baue ich alles, was ich Ihnen jetzt zu sa-gen habe.

Unfehlbar fand sich unter diesem Volke auch eiifSokrates, der dcmnngeachtet die Lehre von der Un-sterblichkeit der Seele behauptete. Die ganze philosophische Sekte der Pharisäer war dieser Meinung, ob siegleich öffentlich darüber verspottet wurde; und ichglaube nicht, daß ein Volk in der Welt gewesen, worun-ter sich nicht ein Philosoph und eine Sekte, wenn ich esso nennen mag, gefunden, welche die Lehre von derUnsterblichkeit wenigstens zum Troste des Alters genutzthabe. Was meinen Sie nun aber, daß ein Pharisäer,oder ein Gamaliel unter ihnen, thun mußte umsieb zu dieser Lehre den Weg zu bahnen, und dem furch-,terlichen Gesetze auszuweichen? Legen Sie hiermeinen Brief weg, und antworten mir, nach Ihrer auf-

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