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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
155
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Sendschreiben an Herrn von Voltaire, iss

höchste gekommen war, und nicht schlimmer werden konn-te, und da sie nach dem Lauft der Natur entweder auf-hören oder abnehmen mußte. Allein, es mußte auch,wie Fra Paolo ") sagt, nicht weniger ein gescheuterMann seyn, der diese große Gelegenheiten, welche Taci-tns **) oxportunos MÄZni-j ecnranvus rranlnus rerurn

nennet, zu erkennen und zu ergreifen wußte.

Gewisse Geister, die einen Menschen der andachtigden Fußstapfcn seiner Vorfahren nachschleichet, jenenaußerordentlichen und kühnen Mannern vorziehen, be-schuldigen Lurhern, daß er gar zu ehrgeizig gewesen sey.Allein, diejenigen welche ein Laster von derjenigen Leiden-schaft zu unterscheiden wissen, deren widrige Be-wegungen auf diesemgroßen Ocean noth-wendige Winde abgebenf), sind hinlänglichüberzeugt, daß ein Mensch ohne Leidenschaften niemalsweder ein vortrefflicher Betrüger noch ein großer Mannwerden könne. Luther hatte ein großes, freygebiges,offenes Herz, das mit dem Unglücke seines Ncbenmen-schcn Mitleiden fühlte. Bey diesen Eigenschaften istman niemals das, was mangewohnlich ehrgeizig nennt.Scin Testament bezeuget es, welches fast das einzige inseiner Art ist. Der berüchtigte Tetz-el war nicht der Letz-te, der Proben von dem großen Herzen seines Feindeserhielt. Dieser Tetzcl, der von Rom verlassen, von demKardinalMiltitz ff) heftig gestraft, von seinem Orden

ver-

H Ickilk. ccmcil. tricl. l.. I. p. 4. nach der Ucberfctzungdes Amelot, wie sie Bayle anführt.

Mlk. lib. 1.f) Versuche vom Menschen. B. 1.ff) Man schickte von Rom den Kardinal Miltitz, um allenStreit aufzuheben. Anfang» brauchte er Gewalt. Da

er