Iso S'mdschrciben an Herrn von Voltaire.
thümern, geistlichen Kurhüten, Abteien, Dohmpräben-den, Kanonikaten und Pfründen, wodurch noch itztmehrere als durch alle Jesuiten bekehret werden, schlech-terdings ausgeschlossen worden?
Ich gestehe, mein Herr, daß es ein Großes sey,wenn man zur rechten Zeit zur Weltkommt, und daß Luther kein sonderlichesGlück machen würde, wenn er heut zu Ta-ge aufträte. Eine Kirche die einmal erleuchtet ist,bedarf keiner Fackeln mehr. Allein, wenn Sie darausfolgern wollen, daß er nur kleinen Geistern seine Ver-nunft auszukramen sich getrauet, und daß er als einangebeteter Dorfpsarrer in der Hauptstadt ein kleinesLicht würde vorgestellet haben: so erlauben Sie mirIhnen zu sagen, daß es Luthern eben so viel Ehremache, Alberne, Thoren und Unvernünftige bekehrt zuhaben, als dem Orpheus, durch die angenehme Har-monie seiner Leier Pluto und die Steine zu bewegen.Es ist weit leichter, einen vernünftigen und aufgeklar-ten Geist von der Wahrheit zu überzeugen, als solchepersonisicirte Spitzfindigkeiten, solche halsstarrige Schul-weisen, solchen abergläubischen Pöbel, solche Geist-lichkeit, deren Eigennutz erfordert, daß die gegen-seitigen Vorurtheile erhalten werden. Umsonst hattendie Kirchcnvcrsammlungen von Kostnitz, Pisa und Baselalle ihre Kräfte angewandt, ein gleiches Ziel zu errei-chen. Umsonst hatten die Väter die zu Pisa versammeltwaren, ein Gelübde gethan, nicht eher wieder aus ein-ander zu gehen, bevor die Kirche vom Haupt bis zu Fußverbessert wäre. Umsonst hatte Erasmus einen Ver-such gemacht, das Schloß aufzudrehen *). Die Ehre,
den
Ooclierer la lsrrure: ein Ausdruck des Simon
Fontaine, D. der GotteSgelahrtheit zu Paris, in
seiner