Sendschreiben ein Herrn von Voltaire. ,45
die Anzahl der Personen sich schon auf fünfzehn Millio-nen belaufen. Und damit diese Rechnung desto genauersey, habe ich diejenigen nicht einmal mit in Anschlaggebracht, welche in den erfolgten Geschlechtern durchdie Reformation sind verhindert worden sich ihrem Un-tergange zu weihen, und welche nach eben dein Verhält-nisse wenn wir für acht Generationen achtmal vier tausendFnnfzehende setzen, eine Nachkommenschaft von mehrals zwölf Millionen gegeben haben. Gesetzt endlich,daß die durch Lnthcrn aufgeklarte Welt die Thorheit derStifter eingesehen hat, deren grausame Frömmigkeitmit einer heiligen Raserey alles zur gänzlichen Tilgungihres Geschlechtes beytrug, und daß dadurch tausendneue unnatürliche Stiftungen in ihrer Geburt ersticktsind: so wird hieraus folgen, daß die Anzahl der Per-sonen, die seiner väterlichen Fürsorge ihr Daseyn schul-dig sind, unendlich sey, lind daß dieser große Mannmit Recht eine Ehrensaule verdiene:
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Diese Betrachtung führt mich zugleich auf sindAnmerkung, die, so viel ich weiß, noch Niemand ge-macht hat. Sie ist diese: der Zeitpunkt der Kloster inden nordlichen Gegenden ist auch eben der Zeitpunktwo die Wanderungen der Volker aufhörten; folglichhat das.Klosterleben eine erschreckliche Abnahme beydem menschlichen Geschlechte verursachet. Zufolge die-ser Anmerkung, glaube ich behaupten zu können, daßdie Handlung nach beiden Indien, und die errichtetenHandlungssitze in diesen weitläufigen Landern, welcheseit der Reformation gleichsam auf die Wanderungender Volker gefolget sind, niemals zu diesem Grade derVollkommenheit wurden gelangt seyn, wenn die Ab-Mökrs berm. Schriften. I. Bd: K schaffung