Schreiben an den Herrn Vicar in Savvycn. i2r
die Aufrührer niederdonnern lassen. Das sollte erthun.
Das sollte ein Mensch, ein glückliches Genie, einHeld thun? und wir sollten Lügen und Betrügercyeubilligen?,— Ich denke aber doch, die ersten Stiftergroßer Gesellschaften haben dieses nothwendig thun müs-sen, um sich die nothige Vollmacht zu verschaffen, eineVollmacht welche sie berechtigen konnte, Vater undMutter auf den Scheiterhaufen zu fetzen, wenn sie sichdem großen Endzweck der allgemeinen Wohlfarth einerganzen Gesellschaft widersetzten.
Aber die Leute sind anch Narren, dumme Kopfeund Klotze gewesen, welche sich auf solche Art hinterge-hen, oder, welches einerley ist, regieren ließen? —O! mein werthester Herr Vicar, sie waren freylich kei-ne Emile. Allein bey aller ihrer Einfalt suchten siedoch, wie er, auf einem kleinen Hügel in einem weißenHause, mir grünen Volets und rothen Ziegeln, zuwohnen; sie wollten der Frucht ihrer Arbeit und derReben ihres Weinstocks ruhig genießen, und gelangtenzu diesem großen Endzweck, indem sie sich gewisse Dingeeinbilden ließen. Das waren gewiß keine dumme Leute.Und, wenn Ihnen das nicht Beweis genug ist: so neh-men Sie dieses dazu, daß keiner von den Klügern dieKunst und den Meister verrathen; — ich bitte das Letz-tere Ihrem guten Freunde dem Herrn Roussean zusagen.
So ist es aber erlaubt, bose Mittel in guter Ab-sicht zu gebrauchen? — Bewahre mich der Himmel,daß ich dieses behaupten sollte. Verstehen Sie mich jarecht, Herr Vicar; ich mißbillige dieses alles im Hoch-sien Grad, indem es zu meinem Satze gar nicht dient.Nur eine Folge habe ich aus dem allen nothig, und
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