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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
120
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i2o Schreiben an den Herrn Vicar in Savoyen.

und Stärksten. Aber nun, wenn der Eifer vorüber?aus Dankbarkeit den Erretter. Und, wenn Eifer undDankbarkeit erkaltet waren? wenn Stolz, Eifersucht,Haß und Strafen Einige aufgewiegelt hatten? wennNiemand mehr gehorchen und Jedermann gebieten wol-len? die auswärtige Gefahr aber, welche dem Augedes Pöbels entwischt, eine innerliche gute Verfassung,Gesetze, Ordnung, Steuern, Strafen und mancherleyAnsialten noch immer nothwendig gemacht hätte? Wiesollte da ein glückliches Genie, welches seinen und sei-ner Freunde Untergang verhüten wollte, zu der noth-wendigen Macht gelangen? Das Anfchn einer fürstlichenGeburt, welches itzt die Stelle einer göttlichen Genea-logie vertritt, konnte ihm nicht dienen. Ueber eiiwMütze mit glänzenden Steinen, über einen Pelz vonHermelin, und über einen kurzen runden Stab, anbeiden Enden mit Gold beschlagen, hatten die Hirtengelacht; Keiner unter ihnen wäre mit einem Helm gebo-ren, und Keiner zu bereden gewesen, das Wiehern einesPferdes, oder den Traum einer guten Frau, für einengöttlichen Beruf zu halten. Unter ihnen hätte sich zwarein Fündling gezeigt, der in seinem Busen das göttlicheFeuer genährt, wodurch privilegirte Seelen zur Herr-schaft über den Haufen zuerst berufen werden. Alleiner wäre, wie Moses, von schwerer Zunge gewesen,und also hätte ihm auch das letzte Hülfsmittel, dieMacht der Veredtfamkeit, welche sonst die Menschen be-herrschte ehe sie vor dem Fürsten schweigen mußte, ge-fehlt. Was sollte er nun anfangen? Wie? ichfrage? Er sollte, wenn er konnte, einen Gott zu Hülfenehmen, oder mit einer Göttinn buhlen; seine Muttervon einem Herkules schwängern, und seine Gesetzevom Himmel fallen lassen. Er sollte Geheimnisse,Tempel und Priester anordnen, Wunder befehlen und

die