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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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oder Vertheidigung des Groteske-Komischen. 9z

die erhabnen Gemälde eines Corneille oder Racineans ihren prachtigen Sälen zu verdrängen. Allein, einSchuster von Teniers, ein Fedcrschncider von D 0 u w,und die Figuren von Calot, hangen zwar nicht be»einem Jüngstengcrichtc von M ichel A ngel 0; sie wer-den aber doch bewundert. Selbst die kleine Grotesken-art der Chineser macht ein Gartcnzimmer reizend; undKenner bewundern den Geschmack eines Fürsten, wel-cher dergleichen, nicht in einem Winterpallaste, abermit desto größerem Rechte in einem ganzen Lustgebaudeanzubringen gewußt, und das Dach in einen chinesi-schen Sonnenschirm verwandelt hat. Nicht alle Mei-ster denken von ihrer Kunst so bescheiden; und alle Ka-binetter sind nicht mit gleicher Wahl geordnet. Sonstwürde man nicht, in einem der vornehmsten, die Her-zoge in marmornen Pcruken unter die Brustbilder deorömischen Helden gestellt haben. Eine gothische Pra-latenmülze ans Cäsars Haupte würde keinen so gutenContrast geben. Doch wiederum zur Sache! Ichschweift nach meiner Gewohnheit immer aus, und ver-gesse daß ich mich selbst, und keinen Autor vorzustel-len habe.

Ich habe gesagt, daß es meine eigne Art zu malensey, die moralischen Gestalten, und besonders ihreAuswüchse, zu übertreiben, und daraus grotesk-ko-mische Gemälde zu verfertigen. Die Erfahrung könntemir hier die Gewahr leisten, daß ich solchergestalt einevolikommne und besondre Art des Lächerlichen zur Bühnebringe, wenn ich es nicht auch zugleich nach Gründenerweisen könnte. Dasjenige worüber gelacht wird, waslächerlich und lachenswerth ist, hat sich zwar bishernoch nicht genau bestimmen lassen; weil, nach dem un-terschiedenen Geschmack der Menschen, Mancher überdasjenige weint, worüber der Andre aus vollem Halse

lacht-