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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Der Werth wrhlgewognerNeigungen. 59

die gänzliche Erstickung aller menschlichen Neigungenund Leidenschaften, als ein nothwendiges Opfer ver-langet. Bettet den sterbenden Helden in die Flammenverheerter Städte; laßt die Thränen der Mutchr unddas Blut hoffnungsvoller Jünglinge, welches für seineThorheit geflossen, sein jetzt erweichtes Herz mitSchaam und Rene erfüllen; laßt den Tyrannen diesegnende Thräne der Unschuld, welche noch zuletzt fürseine Besserung floß, erschrocken wieder bemerken, undihn unter der Last uncrsetztcr Verwüstungen seufzen;laßt dem späten Mitleiden des sich so glücklich schätzen-den Bosewichts die liebenswürdige Tochter, welche seinemißbrauchte Redlichkeit, feine unwahrscheinlichen Mein-eide und der Mißbrauch des edelmüthigsten Vertrauens,dem Vater zum Fluch und der Mutter zum Jammer ge-macht, mit ihren unschuldsvollen Rcizungen erseheinen,und die Rettung ihrer Seele von der seinigen fordern;laßt den unerbittlichen Minister das Gebet der verach-teten Demuth offenrlich suchen, und zu seiner Zerknir-schung finden; laßt den stolzen Freygeist sich in der ab-scheulichen Einöde wahrer Verdienste wüthend herum-wälzen; laßt seine eigenen Mitschuldigen seiner Bußein der letzten Stunde spotten, und ihn über seine Thor-heit in Gegenwart derjenigen erbeben, deren Ermah-nungen sonst sein Spott gewesen; laßt die geschäftigeEitelkeit in ihrem Putzzimmcr, von allen Anbetern ver-lassen, das ganze Nichts ihres Lebens in ihrem geang-steten Gewissen überrechnen, und von ihrem Nachttischeinen Blick auf die entsetzliche Ewigkeit werfen; laßtden unersättlichen Geiz sein sauer erworbnes Gut sei-nen Kindern entziehen, und die Tempel, welche er imLeben be übt, im Tode zu Hehlern seiner Diebstählemachen: nur stürzet den rechtschaffenen Christen nichtvon der heitern Hohe herunter, welche er entweder un-ter