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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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58 Der Werth wohlgcwogncr Neigungen.

Entschlüsse seine Ueberwindung nickt ohne Thränen voll-führen. Und mit einer so menschlichen Großmuth legteer sein Haupt zur Ruhe, zur Ruhe ans die Erinnerungseines rechtschaffenen Wandels, und auf den Glauben,selbigen durch das unendliche Verdienst eines gottlichenErlösers mit sich ans dieser Sterblichkeit zu retten.Sanfter, größter und seligster Augenblick, wo einsolches Andenken, eine solche selige Hoffnung, ein soedles Gefühl unser Herz beruhiget, und die letzte Be-wegung desselben gleichsam der unmittelbare Anfangeiner ewigen Seligkeit ist!

Gebeut, o Sterblicher, deinem Wunsche, und laßdiesen prachtigen Augenblick, diese Morgenröthe ewigheitrer Tage vor deinen Augen vorübergehen! schaffeihn, und laß seinen göttlichen Glanz schon jctzo dieNachte erheitern, welche du einsam, bekümmert undtrostlos verwehrest: so wird die Freude, diese ewigeGefährtinn der Schöpfung, deine lange schwcrmuths-volle Zärtlichkeit zu seligern Empfindungen stänken; sowerden deine Neigungen, von mächtigen Leidenschaftengetrieben, sich allein nach einer solchen wahren Glück-seligkeit bestreben; so werden ihre Schmcichcicycn dieLaster nicht in den Gesichtspunkt der Tugend stellen kön-nen, wenn du sie aus dem Glänze der letzten Stundebetrachtest; so wird dein Stolz nichts, als den Triumphdieser großen Stunde verlangen.

Lehrer der Menschen! schwächet diesen edlen Ehr-geiz, diese Vorcmpfindung einer ewigen Wollust nicht.Ihr entziehet euren Freunden einen Theil ihrer Selig-keit, wenn Ihr uns ohne Unterschied diese Stunde, alsdie fürchterlichste unter allen, als ein Gedränge vonAngst, Verleugnung und Zaghaftigkeit vorstellet, und

die