Der Werth wchlgewogner Neigungen, z r
zuwagcu wußte, von ihre»! Werthe in den letzten Tageneines abnehmenden Lebens. Schrecken, Bangigkeit,quälende Sorgen und feige Rene zerstreuten sich vorseinen Blicken, und wenn der geheime edle Kummer,welcher große Seelen vergrößert, seine Empfindungenvertiefte! so stärkte sich seine Großmuth mit der ruhren-den Vorstellung wohl zu sterben, und hielt es für keineThorheit feine zärtlichen Neigungen durch das Bildeines edelmüthigcn Todes zu erheben, damit sie ihn inseinen heiligen Betrachtungen nicht stören möchten. DieReligion veredelte seine nunmehr zu seligern Wollüstenbestimmten Empfindungen. Der Glaube heiligte dienatürlichen Neigungen einem gnädigen und barmherzi-gen Gotte. Er weihte seinen Ehrgeiz dem hohen Ge-danken, daß ein Gott sein Erlöser geworden; und seinfreundschaftliches Herz, welches wirklich einer edlernals menschlichen Gegenliebe würdig war, näherte sichmit eben dem Vertrauen der himmlischen Liebe, womites sich bisher dem Verdienste tugendhafter Sterblicheneröffnet hatte. Er sah mit einem Auge voll demüthigerHoffnung auf seincn rechtschaffenen Wandel zurück, undfand in einer erhabnen Verleugnung eigner Verdienstedie Ehre wieder, welche er als ein Christ zu verachtenkeine Ursache hatte. Die vollkommenste Erniedrigunggegen den Allmächtigen schien ihm der größte Gipfelmenschlicher Ehre, und David im Sack und in derAsche größer als König zu seyn. Der Gedanke, sichvon einem so großen Herrn durch schwere Leiden geprüft,und was noch mehr war, durch die Mittheilung desGlaubens gestärket zu sehen, war ihm schmeichelhaftund unterhielt ihn in einer Geduld, welche um so vielgrößer war, je weniger sie von weichlichen Neigungengeschwächt wurde. Der ewige Triumph, welcher sei-ner nach vollendetem Siege erwartete, vermehrte die
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