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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Der Werth wohlgewogner Neigungen. 47

Kindern, um diese nothwendigen Triebe auch sogardurch eine süße Schmeicheley zu verstärken. So vor-sichtig geht die Natur in ihrer wichtigsten Arbeit zuWerke; so sorgfaltig hatte sie das Herz desjenigen ge-bildet, welcher von ihren weisen Absichren zeugen sollte.

Wie stark, 0 Philokles! schlug nick' dasselbe ge-gen seine würdigen Kinder! Jede Bewegung ^eses edlenHerzens war eine wohlthatige Begierde, ihr G.fck zubefördern. Sein Auge erleuchtete ihre Wege, und o.elebhafteste Erkenntlichkeit belohnte und verstärkte seinezärtlichen Bemühungen. Weil er die dauerhafte Güteglücklicher Neigungen kannte; so suchte er diese in ihnenzu erwecken, zu beugen und zu beleben, und besondersdie Empfindungen von Ehrfurcht und Erkenntlichkeit,als die fcyerlichcn Vorbereitungen zu Religion und Tu-gend. Er forschte in ihren zarten Herzen nach demPlan, wozu die Natur aus Vollmacht des Schöpfersihre Anlage gemacht. Wie dieser nothwendig der voll-kommenste seyn mußte; so bemühcte er sich hauptsäch-lich denselben auszubauen, und wußte den Tugendengeschmeidigere Gestalten zu geben, wenn sie sich in ihrervölligen Größe mit der noch schwachen Neigung nichtfügen wollten. Auf solche Weise genoß er das Vergnü-gen eines Schöpfers, und bildete Seelen zu edlen Em-pfindungen, welche noch jetzt für ihre Unsterblichkeitbürgen.

Welch eine schmeichelnde Versuchung ist es nicht,ein rechtschaffener Vater zu seyn, wenn so viele Süssig-keiten mit diesem Namen vermischt sind; wenn wir inden jugendlichen Herzen unsrer Kinder unsern eignenAbdruck wahrnehmen, und in ihrer Betrachtung die-jenigen unschuldigen Jahre noch einmal durchleben, wowir zum erstenmal die angebornc Lust der Bewundrung,

die