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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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Der Werth wohlgewogner Neigungen. 43

in ihrcr rechten Bestimmung nimmt, allein zueignet.Allein die wahre Gestalt, welche beide in Ihrem recht-schaffenen Herzen angenommen, hat Sie endlich fühlenlasse», daß die Liebe nichts durch die Schwachheitenverloren, welche sich mit ihr von ungefähr vermischthaben. Sie haben den würdigsten Freund als Gemahlund Vater gekannt. Sie haben die Tugend feiner Nei-gungen und Leidenschaften als Freund bemerket. Warnicht seine Liebe so vollkommen, als seine Freundschaft?Konnte ihm seine Vernunft jemals eine Pflicht entdecken,welche feine glückliche Neigung nicht langst erfüllt hatte?Lehrte ihn sein Verstand oder sein Herz lieben? Warteteer auf das Urtheil der Religion, um seine Gemahlinnallen andern vorzuziehen? Nein; er war seiner Neigunggetreu, und diese führte ihn mit ihrem liebreichen Zugeweit über die Gränzen der Pflichten hinaus. Wie reizendließ ihn sein Ehrgeiz erscheinen, wenn er ihr das Ver-gnügen neuer Siege verschaffen wollte! Wie erkenntlichund bescheiden war er nicht mitten in dem Stolze, wozuihn die Gegenliebe berechtigte! Wie entbrannte nichtsein Herz von dem heiligen Feuer der Leidenschaft, wenner an sie und den Dank gedachte, welchen er der Gott-heit dafür schuldig war!

Wahr ist es, in der Liebe zeigt die Leidenschaft oftihre gefahrliche Große: vielleicht finden Sie auch solchein nachfolgenden Klagen einer zärtlichen Gemahlinn überden Verlust ihres Mannes.

.... Doch! hab' ichs nicht verdient? war er in

meiner Brust

Nicht oftmals mehr als Du? hab' ich nicht oft die

Lust,

Die mir sein Kuß erschuf, dem Himmel gleich ge-schahet?

Hat mein Gebet nicht oft sein stolzes Herz verletzet.

Wenn